Tarifvertrag deutsche bahn triebfahrzeugführer

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft Claus Weselsky sagte: „Trotz einiger Turbulenzen verliefen die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber überwiegend konstruktiv und in einer entsprechenden, lösungsorientierten Atmosphäre“. Der neue Tarifvertrag werde „erhebliche Verbesserungen bei allen wichtigen Anliegen des Zugpersonals“ enthalten. Im August 2007 plante die GDL einen Streik, nachdem Gespräche mit der Deutschen Bahn, dem größten deutschen Bahnbetreiber, wegen einer Reihe von Forderungen der Gewerkschaft gescheitert waren. Eine wesentliche Meinungsverschiedenheit war der Wunsch der GDL, ihre Mitglieder in Tarifverhandlungen zu vertreten, unabhängig von anderen Gewerkschaften, die das Personal in dieser Berufsgruppe vertreten. Eine neue Vereinbarung zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Lokführergewerkschaft GDL hat weitreichende Folgen. Vor allem hat sich die GDL auf eine „verbindliche Schlichtungsregelung“ geeinigt, die bis 2020 in Kraft bleibt. Unter diesen Bedingungen wurde aus dem einjährigen Vertragsstreit der Lokführer und Lokführer ein politischer Konflikt. Die neun Streiks der GDL-Mitglieder legten das ganze Land vorübergehend lahm. Weselsky und die GDL haben der Regierung nun signalisiert: Die Kampfkraft der Lokführer wird nicht gegen die Forderungen der herrschenden Klasse eingesetzt. Dass eine Gewerkschaft wie die GDL sich als so gewaltig erweisen könnte, hat selbst die deutschen Spitzenpolitiker in die Pflicht genommen, wobei das Parlament am Freitag über ein Gesetz debattiert – und schließlich verabschiedet -, das den Einfluss solcher „kleinen“ Gewerkschaften in Bezug auf die Arbeitsbeziehungen in Deutschland eindämmen soll.

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass die S-Bahn und die Regionalzüge bis zum Nachmittag planmäßig verkehren würden, während der Fernverkehr den ganzen Tag über eingeschränkt bleiben sollte. Durch die aufgeglaste Waren dürften Güterzüge noch mehrere Tage betroffen sein, fügte die Bahn hinzu. Worum geht es bei all dem Wirbel? Der Streik ist vorbei, oder? Jetzt spricht der Bundestag sogar darüber, wann die Arbeitnehmer streiken können? Wenn es um deutsche Lokführer geht, haben sie das Recht auf der Welt. Die DW untersucht, warum. Seit Wochen reden die Deutschen über Züge. Mit dieser Vereinbarung treten Claus Weselsky und die GDL-Führung an die Seite der Regierung. Trotz ihrer Konflikte mit dem DGB unterscheidet sich die GDL nicht grundlegend von ihnen. Sie alle akzeptieren das kapitalistische System. Bereits in den vergangenen Monaten war klar geworden, dass die GDL nicht die Absicht hatte, einen Kampf gegen die Regierung zu führen.

Der Vertrag wurde von den Lokführern nicht zur Abstimmung vorgelegt. Stattdessen ist es das Ergebnis einer verbindlichen Schlichtung, die im Laufe von fünf Wochen von den Vermittlern Bodo Ramelow, dem Linken-Abgeordneten, der derzeit Ministerpräsident des Landes Thüringen ist, und Matthias Platzeck, dem ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten von Brandenburg, vorbereitet wurde.

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